Die Fade-Strategie: Warum ihr aufhören solltet, euren Slice zu bekämpfen

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Die Fade-Strategie: Warum ihr aufhören solltet, euren Slice zu bekämpfen

Hand aufs Herz: Wie viele Stunden habt ihr schon damit verbracht, euren Slice loszuwerden? Wie viele YouTube-Videos habt ihr geschaut? Wie viele Tipps vom Pro gehört? Und wie oft liegt der Ball trotzdem rechts im Rough?

Hier kommt die befreiende Wahrheit: Vielleicht solltet ihr euren Slice gar nicht bekämpfen. Vielleicht solltet ihr ihn umarmen. Lieben lernen. Und strategisch nutzen.

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Die unbequeme Wahrheit über „gerade“ Schläge

Die Fade-Strategie
Warum ihr aufhören solltet, euren Slice zu bekämpfen
DAS PROBLEM
😰 💢 😤
🏌️
„Warum kann ich nicht gerade schlagen?!“
❌ Jahrelanges Training
❌ Teure Stunden
❌ Immer noch Slice
❌ Frustration
?
🌳
😞
DIE LÖSUNG
🏌️
„Ich nutze meinen Fade strategisch!“
Rechts aufteen
Links anzielen
Fade einplanen
Fairway treffen!
😊🏆
Spielen auch mit Fade:
Kaymer • Monty • Trevino

Es gibt da diesen Mythos im Golf: Der perfekte Schlag fliegt schnurgerade. Links nach rechts ist schlecht, rechts nach links auch nicht ideal. Nur gerade zählt.

Bullshit.

Wisst ihr, wer nicht gerade schlägt? Martin Kaymer. Der Typ hat zwei Major Championships gewonnen, war Nummer 1 der Welt, und sein Ball kurvt von links nach rechts. Colin Montgomerie, einer der konstantesten europäischen Spieler aller Zeiten? Fade. Lee Trevino, sechs Major Siege? Ausgeprägte Slice-Kurve.

Und hier der Knaller: Die können alle nicht anders. Das ist nicht ihre Backup-Option. Das ist ihre Hauptwaffe.

Montgomerie hat mal in einem Interview gesagt, er könnte einen Draw spielen wenn er müsste. Aber warum sollte er? Sein Fade ist zuverlässiger, berechenbarer, kontrollierbarer.

Warum ein kontrollierter Slice besser ist als ein inkonsistenter gerader Schlag

Stellt euch vor, ihr habt zwei Optionen:

Option A: Ihr versucht, gerade zu schlagen. 30% der Schläge fliegen gerade. 40% slicen trotzdem. 20% gehen links. 10% sind komplett daneben. Ihr seid ständig unsicher, wo der Ball landet.

Option B: Ihr spielt bewusst einen kontrollierten Fade/Slice. 80% der Schläge kurvieren wie geplant von links nach rechts. Ihr wisst immer, wohin der Ball geht. Ihr könnt planen.

Welche Option ist besser für euren Score?

Genau. Option B. Jedes verdammte Mal.

Golf ist kein Schönheitswettbewerb. Es zählt nur, wie oft ihr den Ball ins Loch bekommt. Und dafür braucht ihr keine perfekten Schwünge. Ihr braucht wiederholbare Schläge.

Fairways sind breiter, als ihr denkt

Hier kommt noch ein Fakt, der alles ändert: Die meisten Fairways sind über 40 Meter breit. 40 Meter!

Selbst mit einem ordentlichen Slice von 20 Metern Kurve (was schon ziemlich viel ist) habt ihr massig Platz. Ihr müsst nur wissen, wo ihr zielt.

Das Problem ist nicht euer Slice. Das Problem ist, dass ihr nicht wisst, wie stark er ist, und nicht wisst, wie ihr ihn einplant.

Die goldene Regel des bewussten Slice

Okay, jetzt wird’s praktisch. Wenn ihr euch entscheidet, euren Slice anzunehmen statt zu bekämpfen, gibt es eine simple Regel:

1. So weit rechts aufteen wie möglich

Ernsthaft. Ganz rechts. Am Rand der Abschlagsfläche. Gebt euch den maximalen Raum nach links.

2. Den linken Fairwayrand anpeilen

Nicht die Mitte. Nicht ein bisschen links. Nein, den ganz linken Rand. Oder sogar noch ein Stück weiter links.

Warum? Weil euer Ball kurvt. Wenn ihr links zielt und der Ball kurvt nach rechts, landet er in der Mitte. Perfekt.

Aber Achtung: Nicht noch weiter links zielen. Manchmal (selten, aber es passiert) bleibt der Ball nämlich gerade. Und dann wollt ihr nicht im linken Wald stehen.

Was, wenn der Ball trotzdem nicht ins Fairway geht?

Jetzt kommt der wichtigste Teil: Die Feinabstimmung.

Wenn ihr die goldene Regel befolgt (rechts aufteen, links zielen) und der Ball landet trotzdem regelmäßig im rechten Rough oder sogar im Aus, dann müsst ihr die Schlagfläche anpassen.

Hier ist die Lösung: Justiert die Ausrichtung der Schlagfläche in euren Händen.

Das heißt:

  • Nehmt euren normalen Griff
  • Dreht eure Hände etwas mehr nach links (für Rechtshänder)
  • Die Schlagfläche zeigt dadurch weiter nach links
  • Schwing normal
  • Beobachtet die Ballkurve

Vielleicht zeigt der Schlägerkopf jetzt sehr weit nach links. So what? Es ist völlig egal, wie das Setup aussieht, solange der Ball im Fairway landet.

Das ist eure persönliche Stellung. Nicht die aus dem Lehrbuch. Nicht die von eurem Kumpel. Eure.

Für Golfer, die lieber rechts nach links spielen (ja, die gibt es auch), funktioniert das Prinzip umgekehrt: Schlagfläche mehr nach rechts öffnen, bis die Draw-Kurve passt.

Die Psychologie: Euer Ego loslassen

Ich weiß, was jetzt kommt. Ihr denkt: „Aber wenn ich meine Schlagfläche so weit schließe und trotzdem slice, gebe ich doch zu, dass ich ein Problem habe.“

Nein. Ihr gebt nur zu, dass ihr schlau seid.

Wisst ihr, was ein Problem ist? Jede Woche auf der Range stehen und versuchen, euren Schwung zu „fixen. Stunden investieren in Drills und Übungen. Geld ausgeben für Unterricht, der nicht hilft. Und am Ende trotzdem slicen.

Wisst ihr, was smart ist? Euren natürlichen Ballflug akzeptieren. Ihn einplanen. Und plötzlich bessere Runden spielen, ohne Stunden auf der Range zu verbringen.

Lee Trevino wurde mal gefragt, warum er nie versucht hat, seinen Slice loszuwerden. Seine Antwort: „Wozu? Ich kann damit trotzdem Turniere gewinnen.“

Der Mann hat sechs Majors gewonnen. Mit Slice. Fall closed.

Schritt-für-Schritt: So setzt ihr die Fade-Strategie um

Okay, genug Theorie. Hier ist euer Aktionsplan für die nächste Range-Session:

Schritt 1: Die Baseline messen (10 Minuten)

  • Nehmt euren Driver
  • Stellt euch normal auf (so wie ihr es immer macht)
  • Schlagt 10 Bälle
  • Beobachtet: Wie stark kurvt der Ball? Wo landet er im Verhältnis zu eurem Ziel?
  • Notiert euch die durchschnittliche Kurve (z.B. „startet gerade, landet 15m rechts“)

Schritt 2: Das Setup anpassen (10 Minuten)

  • Nächste 10 Bälle: Ganz rechts aufteen
  • Zielt den linken Fairwayrand an (oder markiert euch ein Ziel links auf der Range)
  • Schlagt ganz normal, verändert nichts am Schwung
  • Beobachtet: Landen die Bälle jetzt besser verteilt?

Schritt 3: Die Schlagfläche justieren (20 Minuten)

Falls die Bälle immer noch zu weit rechts landen:

  • Greift den Schläger normal
  • Dreht beide Hände leicht nach links (etwa 1-2cm auf dem Griff)
  • Die Schlagfläche zeigt jetzt mehr nach links
  • Schlagt 5 Bälle
  • Zu viel Kurve? Zurückdrehen. Zu wenig? Noch mehr drehen.
  • Findet eure persönliche Griffposition

Schritt 4: Das Setup einprägen (10 Minuten)

Wenn ihr eure ideale Einstellung gefunden habt:

  • Macht 3-4 Probeschwünge mit dem neuen Setup
  • Fotografiert eure Griffposition mit dem Handy (als Erinnerung)
  • Schlagt nochmal 10 Bälle und zählt, wie viele im „Fairway-Korridor“ landen

Wenn mindestens 7 von 10 Bällen dort landen, wo ihr sie haben wollt, seid ihr fertig. Das ist euer neues Setup.

Schritt 5: Auf den Platz übertragen (nächste Runde)

  • Bei jedem Abschlag: Bewusst rechts aufteen
  • Bewusst links zielen
  • Euer neues Setup nutzen
  • Nach der Runde zählen: Wie viele Fairways getroffen vs. vorher?

Was, wenn ich lieber gerade schlagen lernen will?

Natürlich könnt ihr das. Niemand sagt, ihr müsst einen Fade spielen.

Aber seid ehrlich zu euch selbst: Wie lange versucht ihr es schon? Wie viel habt ihr investiert (Zeit, Geld, Nerven)? Und wie viel hat sich wirklich verbessert?

Wenn die Antwort ist „Jahre, viel, und nicht genug“, dann ist vielleicht Zeit für einen anderen Ansatz.

Ihr könnt weiterhin am Swing arbeiten. Aber parallel könnt ihr schon mal euren Score verbessern, indem ihr euren aktuellen Ballflug strategisch nutzt.

Das Beste daran: Diese Strategie kostet euch nichts. Keine neuen Schläger. Kein teurer Unterricht. Nur ein bisschen Übung auf der Range und die Bereitschaft, anders zu denken.

Die Wahrheit über Ballflug und Handicap

Hier ist eine interessante Beobachtung: Es gibt einstellige Handicapper mit Slice. Es gibt einstellige Handicapper mit Draw. Es gibt einstellige Handicapper, die gerade schlagen.

Wisst ihr, was es nicht gibt? Einstellige Handicapper, die nicht wissen, wo ihr Ball hingeht.

Das ist der Unterschied. Nicht der Ballflug selbst. Sondern die Kontrolle darüber.

Ein vorhersehbarer Slice ist tausendmal wertvoller als ein unberechenbarer „gerader“ Schlag, der mal links, mal rechts, mal irgendwo landet.

Euer Slice ist nicht euer Feind

Ich will, dass ihr das versteht: Euer Slice ist nicht euer Feind. Er ist auch nicht peinlich. Er ist nicht mal ein Problem.

Er ist einfach euer natürlicher Ballflug. Und das ist okay.

Tausende Golfer weltweit spielen erfolgreich mit Slice. Viele davon besser als die meisten Golfer, die krampfhaft versuchen, gerade zu schlagen.

Der Unterschied? Sie haben aufgehört zu kämpfen. Sie haben angefangen zu akzeptieren. Und zu planen.

Was ihr ab morgen anders macht

Hier ist die Challenge: Geht zur nächsten Range-Session. Nehmt euren Driver. Und probiert die Fade-Strategie aus.

Eine Stunde. Das ist alles, was es braucht, um herauszufinden, ob das für euch funktioniert.

Vielleicht stellt ihr fest, dass ihr plötzlich 80% eurer Abschläge ins Fairway bekommt statt 40%. Vielleicht bemerkt ihr, dass Golf plötzlich weniger frustrierend ist, weil ihr wisst, wo der Ball hingeht.

Vielleicht merkt ihr auch, dass euch das Spiel wieder mehr Spaß macht, weil ihr nicht mehr ständig mit eurem Schwung kämpft.

Und falls nicht? Habt ihr eine Stunde verloren. Big deal. Aber ich wette, es funktioniert.

Der letzte Gedanke

Colin Montgomerie hat nie ein Major gewonnen, aber er war jahrelang die Nummer 1 in Europa. Wisst ihr warum? Weil er jeden Tag mit demselben zuverlässigen Fade aufteen konnte.

Martin Kaymer hat zwei Majors gewonnen. Mit seinem Fade.

Lee Trevino hat sechs Majors gewonnen. Mit seinem Slice.

Diese Typen haben nicht gewartet, bis ihr Schwung perfekt war. Sie haben mit dem gearbeitet, was sie hatten. Und sie haben gewonnen.

Vielleicht ist es Zeit, dass ihr dasselbe macht.

Nicht irgendwann. Jetzt.

Euer Slice wartet darauf, zur Geheimwaffe zu werden. Ihr müsst ihn nur lassen.


Über diesen Artikel:

Dieser Artikel basiert auf Informationen aus dem kostenlosen E-Book „Die 12 wichtigsten Golftipps der Welt“ von Paul Dyer, einem erfahrenen Golflehrer mit über 25 Jahren Unterrichtserfahrung. In seinem E-Book teilt er praxiserprobte Strategien, die Golfern helfen, intelligenter zu spielen, statt jahrelang an technischen Details zu feilen.

Die Fade-Strategie ist einer von 12 konkreten Tipps aus den Bereichen Technik, Denken, Taktik und Ausrüstung, die sofort umsetzbar sind und nachweislich zu besseren Scores führen.

Das komplette E-Book könnt ihr kostenlos herunterladen unter:
https://pauldyer.de


Weiterführende Ressourcen:

  • Video-Tutorials zur Fade-Strategie und weiteren Tipps: www.academy.leadbetter.de
  • Golfschulen für individuelles Training: Hamburg (GC Timmendorf), NRW (GC Velbert), Bayern (Leadbetter Golf Academy)

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